Mit dem Audi Sport Quattro erschuf der Konzern eine Legende

Anfang der 1980er Jahre erschuf der deutsche Autokonzern Audi mit dem allerersten Audi Sport Quattro eine Auto-Legende. Der Original Quattro wurde einfach um mehr als 20 Zentimeter verkürzt und mit dem Vorderwagen der zweitürigen Audi 80 B2 Limousine verknüpft. Damit war die Legende geboren. Der „Kurze“, wie er von seinen zahlreichen Fans genannt wird, wurde zwischen 1984 und 1985 nur 220-mal gebaut und für die Straße zugelassen.


Das war schon genug, denn Audi hatte damit ganz besondere Pläne. Der Konzern wollte damals unbedingt mit seinem Sport Quattro S1 in die Rallye-Weltmeisterschaft um die Gruppe B starten. Dazu war ein sogenanntes Homologationsprodukt, mit dem der Autobauer nachweisen musste, dass er in der Lage so ein Fahrzeug herzustellen, notwendig. So kamen die Autofans in den Genuss des Audi Sport Quattro, der bis heute ihre Herzen höherschlagen lässt.


Emotion ist gefragt


Damit die Marke Audi auch in Zukunft Emotionen bei ihren Kunden schürt, geht der Automobilbauer neue Wege. Das zeigt sich auch im Marketing. So hat Audi beispielsweise im Vorjahr sein Engagement bei e-Sports verstärkt. Der Autobauer ist mit dem League-of-Legends-Team Origen eine Partnerschaft eingegangen. Damit folgt Audi einem Weg, den zuvor schon andere internationale Marken eingeschlagen haben.


Die Konzerne suchen neue Zielgruppen und möchten ihr Image verjüngen. Da biete sich e-Sports perfekt an. Schließlich hat sich dieser zu einem Millionen-Business entwickelt. Das meistgesehene Turnier aller Zeiten, fand beispielsweise in Polen statt. Vor Ort fieberten 173.000 Fans mit, im Internet kam der Event auf 46 Millionen Zuschauer. Das macht e-Sports auch für Audi interessant. Damit die Kombination aus Autohersteller und innovativem Marketing auch wirklich klappt, reicht es jedoch nicht nur auf neue Zielgruppen zu setzen. Das Produkt muss dem entsprechen, was der Audi Sport Quattro schon vor Jahrzehnten erreichen konnte.


Die Autos sind heute ein Vermögen wert


Die Rallye-Altmeister Walter Röhrl, Steve Blomqvist und Hannu Mikkola nahmen damals im 360 PS starken Audi Sport Quattro S1 Platz. Sie benötigten nur 2,5 Sekunden, um den lei stungsstärksten Audi auf ein Tempo von 100 Kilometern pro Stunde zu beschleunigen. Die Serienversion benötigte dafür fünf Sekunden Zeit. Das war immer noch ein Traumwert, der von anderen Sportwagenherstellern kaum erreicht werden konnte. Die 306 Pferdestärken machten den Audi Sport Quattro darüber hinaus für kurze Zeit zum leistungsstärksten Sportwagen aus deutscher Serienproduktion.


Der 2,1 Liter große Fünfzylinder-Turbo erreichte eine Spitzengeschwindigkeit von 248 Kilometern pro Stunde. Er legte den Grundstein für zahlreiche weitere Spitzenmotoren der Zukunft aus dem Hause Audi. Doch diese Werte hatten auch ihren Preis. Der Audi Sport Quattro war damals für 195.000 DM erhältlich. Heute kostet ein gebrauchter Wagen um ein Vielfaches mehr. Die meisten Modelle werden in einer Preisklasse zwischen 350.000 und 550.000 Euro gehandelt.


Spartanische ausgestattet, Kraft unter der Haube


Das ist natürlich auch auf die geringe Stückzahl zurückzuführen. Hier geht es einzig und alleine um die Faszination, die dieses Auto bis heute ausstrahlt, denn an der Ausstattung wurde gespart. Die Materialien im Innenraum wirkten, im Vergleich zum heute gewohnten Luxus, billig. Doch das Cockpit war stark fahrerorientiert und die dünne Lenkung lag ideal in der Hand. Die spärlich bestückten Instrumente waren gut abzulesen. Anzeigen für den Öl- und Ladedruck, sowie die Batteriespannung ergänzten die klassischen Armaturen. Eine Klimaanlage suchte man hier ebenso vergebens, wie elektrische Fensterheber. Beides konnte man jedoch in einer besseren Ausstattungsvariante extra bestellen.


Doch all das spielte keine Rolle. Die Faszination, die das Auto ausstrahlte, war vor allem unter der Motorhaube zu finden. Der 5-Zylinder-Turbo Motor hatte wohl den größten Anteil für die Entstehung der Legende des Audi Sport Quattro. Der 2,1-Liter-Turbomotor benötigte zwar Drehzahl, um in Schwung zu kommen, doch dann ging die Show richtig los. Beim Fahren mit hoher Geschwindigkeit durch die Kurven mussten sich die stolzen Besitzer konzentrieren, schließlich waren in den 1980er Jahren eine adaptive Fahrwerksregelung oder ESP noch unbekannt.


Doch genau das führte zu einem echten und ehrlichen Fahrerlebnis in diesem legendären Auto. Das dürfte sich auch der spanische König Juan Carlos gedacht haben. Er zählt zu den prominentesten Besitzern des Audi Sport Quattro. Aktuelle Sportwägen, wie der Audi R8 V10 RWD, haben noch einen langen Weg vor sich, wenn sie diesen Status jemals erreichen wollen.

    Kommentare 1

    • DAS war noch echter und gefährlicher RALLYE SPORT ..

      mit großen tollen Autos .. heute ist das alles irgendwie nur mini