Der Beste gewinnt

Schneller, höher, weiter, am zielsichersten und gigantischsten – der Mensch ist immer auf der Jagd nach Rekorden. Für die Teilnehmer an diversen Wettkämpfen bedeutet das einen kräftigen Adrenalin-Kick. Zusätzlich wird im Falle des Erfolgs das Belohnungszentrum im Gehirn aktiviert, denn auf den Rekordhalter beziehungsweise auf den Gewinner warten oft nicht nur Ruhm und Ehre, sondern auch ein attraktives Preisgeld.

Am Erfolg anderer teilhaben

Um einen Rekord zu erreichen oder zumindest im Wettkampf zu gewinnen, gehört oft viel Training und Disziplin. Das gilt zum Beispiel auch für die
EM 2020 Favoriten, die viel dafür tun, um solche hohen Leistungen überhaupt vollbringen zu können. Wer sich an Sportwetten beteiligt, erlebt den Nervenkitzel live mit. Er fiebert mit seiner Mannschaft und erlebt ähnliche Gefühlsausbrüche wie die Spieler selbst. Wenn die eigene Mannschaft gewinnt, dann hebt es den ein oder anderen Fan vor Freude aus dem Sessel. Noch viel intensiver sind die Emotionen, wenn einem der Sieg des Favoriten einen schönen Batzen Geld einbringt. Schon allein deshalb setzen viele Fans im Rahmen einer Sportwette auf ihre Lieblingsmannschaft. Gewettet wird nicht nur anlässlich diverser Fußballspiele, sondern auch bei den großen Autorennen und Motocrossmeisterschaften.

Der Reiz des Sieges

Doch warum jagen viele Menschen überhaupt Rekorden nach? Weshalb setzen sie sich teils großen Strapazen aus, nur um einmal ganz weit oben auf dem Treppchen stehen zu dürfen? Ein solches Verhalten liegt in der evolutionsbiologischen Entwicklung begründet. Der Mensch ist an und für sich ein Sammler und Jäger, der sich immer auf der Suche nach irgendetwas befindet. Rastlos streift er durch die Flur und gibt sich erst dann zufrieden, wenn er das gefunden hat, wonach er sucht. Dabei sind Rückschläge ganz normal, nur selten gelingt es, die Beute beim ersten Anlauf zu strecken. Und nicht immer ist der Wald voll Pilze. Die Geschichte lehrt uns, nur mit Anstrengung kommt man zum Erfolg und nichts wird einem geschenkt. Der Mensch ist daher ständig auf der Suche nach dem ultimativen Kick. Gerade jene Menschen, denen alles in den Schoss fällt, sind oft unzufrieden mit ihrem Leben. Wer sich nicht anstrengt, wird vom Gehirn auch nicht belohnt. Wer bis zur Erschöpfung durchhält, der genießt nicht nur aus evolutionsbiologischer Sicht Vorteile, sondern auf den wartet ein ganz besonderes Vergnügen.

Das Belohnungszentrum

Das Belohnungszentrum wurde im Jahr 1954 von den US-amerikanischen Wissenschaftlern Peter Milner und James Old durch Zufall im Rahmen eines Tierversuchs mit Ratten entdeckt. Genau genommen handelt es sich um das
mesocortikolimbische dopaminergene Belohnungssystem. Der Glücksbotenstoff Dopamin spielt hierbei eine große Rolle. Am Anfang steht das Verlangen nach irgendetwas. Bei der Naschkatze ist das die Schokolade, beim Sportler der Sieg oder Weltrekord. Daraufhin reagiert das limbische System. Das Großhirn gibt die Anweisung zur Befriedigung des Verlangens. Das führt zu affekt- und lustbetonten Gefühlen. Es kommt zu einem Ausschuss von Dopamin. Die Informationen über dieses Glücksgefühl verarbeitet das Gehirn und speichert diese im Langzeitgedächtnis ab. Deshalb sind auch viele Menschen süchtig nach dem Erfolg. In der Urzeit war diese Sucht ein essenzieller Bestandteil des Selbsterhaltungstriebs. Dopamin wirkt motivierend und somit lebenserhaltend. Immer der Beste sein zu wollen, ist deshalb eine positive Eigenschaft. Es ist die fortwährende Jagd nach dem Glück, die unserem Dasein einen Sinn gibt und uns immer wieder aufs Neue Tag für Tag Hoffnung und Motivation schenkt. Jeder Mensch verdient zumindest einmal im Leben die Chance, seine Leistungsfähigkeit unter Beweis zu stellen. Sei es als Akteur im sportlichen Wettkampf, als Rekordhalter oder eben beim Glücksspiel.