Volkswagen und der Abgas-Skandal - ein Milliardenkonzern am Pranger

Im September 2015 wurde ein Skandal aufgedeckt, der Volkswagen bis heute Probleme bereitet. Der Milliardenkonzern, der versucht hat an den Abgaswerten seiner dieselbetriebenen Fahrzeuge zu tricksen, muss sich immer noch in vielen Ländern vor Gericht verantworten. Hinzukommt, dass das Ansehen von Volkswagen sehr unter dem Abgas-Skandal zu leiden hatte und immer noch leidet. Ganz zu schweigen von strengen Auflagen, die zu Engpässen in der Produktion führ(t)en. Der Rücktritt des Vorstandsvorsitzenden Martin Winterkorn ist nur ein kleiner Schritt in die richtige Richtung. Für einige ist Volkswagen mittlerweile eine Skandalmarke. Doch im Grunde hat selbst der Volkswagen Skandal der internationalen Popularität kaum Abbruch getan.

Der Abgas-Skandal und seine Folgen

Das Schlimme am Abgas-Skandal ist, dass Volkswagen bewusst mit zu hohen Abgaswerten betrogen hat. Die Abgaswerte wurden hierfür in den USA mittels einer Software manipuliert. Offiziell gab es somit keine Probleme bei der Einhaltung der Abgasnormen. In der Realität wurde allerdings die Umwelt über Jahre hinweg verschmutzt. Ganz zu schweigen von Menschen, die an den Folgen von Stickoxiden verstorben sind. So gering die Todeszahlen auch sein mögen, einige Fälle hätten verhindert werden können. Das ist jedoch noch nicht alles, was den Abgas-Skandal so skandalös macht.

Fragwürdige Tests an Affen und Menschen

In der Medizin sind Tierversuche nichts Ungewöhnliches. Dass Affen zum Testen von Medikamenten genutzt werden, ist weiterhin normal, wenngleich es viele kritische Stimmen gibt. Dass ein Automobilkonzern durch Affenversuche von sich Reden macht, ist jedoch eine Sache für sich. Volkswagen nutzte Affen, um die Auswirkungen von Stickoxiden zu testen.


Es sollte bewiesen werden, dass die Abgase von Dieselfahrzeugen nicht schädlich sind. Dafür mussten die Affen die schädlichen Abgase über Stunden hinweg einatmen. Wie zu erwarten, brachten die Tests nicht die gewünschten Ergebnisse. Kaum zu glauben, dass 2013 und 2014 sogar Stickoxid-Tests an Menschen durchgeführt wurden. Jedoch nicht direkt von Volkswagen, sondern vom Universitätsklinikum Aachen. Da es keinen Zweifel daran gibt, dass Volkswagen die Tests angeordnet hatte, ist auch das ethisch fragwürdig.

Wie es mit der Zukunft von Volkswagen aussieht

Eine Prognose über die Zukunft von Volkswagen zu treffen, ist kaum möglich. Fakt ist, dass allein die Gerichtskosten in Milliardenhöhe ein erheblicher Ballast sein dürften. Hinzukommen die ganzen zurückgerufenen Fahrzeuge und strenge Vorschriften. Eine dieser Vorschriften ist der Abgasstandard WLTP. Volkswagen muss diesen bei seinen Fahrzeugen einhalten. Allerdings ist das Prüfverfahren sehr aufwendig. Allein das wird dazu führen, dass in den kommenden Jahren weniger Fahrzeuge hergestellt werden. Die Verluste des Konzerns lassen sich also kaum leugnen.

Auf der anderen Seite handelt es sich bei Volkswagen immer noch um eine etablierte Marke. In einigen Ländern interessieren sich die Menschen nicht einmal für die Skandale, sondern sind lediglich an den Modellen des Automobilherstellers interessiert. Ein Niedergang der Kultmarke ist nicht zu erwarten. Der Milliardenkonzern hat in der Automobilindustrie immer noch die Nase vorn. Allerdings wird sich der Markt verändern und neue Marken werden kommen. Welche Position Volkswagen in zehn oder zwanzig Jahren haben wird, bleibt also abzuwarten.