Warnwesten und Warnwestenpflicht – darauf müssen Sie achten

In Deutschland ist die Warnwestenpflicht schon seit Juli 2014 eingeführt worden. Diese besagt, dass in jedem Auto zumindest eine Warnweste vorhanden sein muss. Die Warnweste kann in gelber oder oranger Farbe sein. Es gibt aber Vorschriften bezüglich der reflektierenden Streifen. Deshalb überprüft die Polizei bei einer Fahrzeugkontrolle auch, ob die Weste der geltenden Norm DIN EN 471:2003 +A1:2007 entspricht. Alternativ gibt es noch eine europäische Norm. Diese heißt EN ISO 20471:2013. Bei einer allgemeinen Polizeikontrolle wird daher nicht nur nach einem Warndreieck und einem Verbandskasten gefragt, sondern auch nach einer geeigneten Warnweste. Ist diese nicht dabei, droht ein Bußgeld in Höhe von 15 Euro.


Im Ausland gibt es strengere Regeln

Mit Ausnahme der Schweiz gibt es in allen europäischen Staaten eine Warnwestenpflicht. Deshalb sollte jeder Autofahrer, der auch nur kurzfristig über die Grenze in ein anderes Land fährt, darauf achten. In einigen Ländern kann es sogar richtig teuer werden, wenn keine Warnweste mitgeführt wird.

In Österreich muss jeder Fahrer, der sein Fahrzeug verlässt, unbedingt eine Warnweste tragen. Das gilt nicht nur für die Autobahnen, sondern auch für alle anderen öffentlichen Straßen. Daher finden auch regelmäßige Kontrollen statt. Die österreichische Polizei hat einen großen Spielraum. Sie kann Bußgelder zwischen 14 und 36 Euro verhängen.


Etwas anders sieht die Situation in Belgien aus. Dort wird bei einer allgemeinen Verkehrskontrolle nicht darauf geachtet, ob eine Warnweste im Fahrzeug mitgeführt wird. Wer jedoch sein Fahrzeug auf offener Straße aufgrund einer Panne oder eines Unfalls verlässt, muss unbedingt eine Warnweste tragen. Das gilt in Belgien auch für Motorradfahrer. Wer jedoch ohne eine entsprechende Weste sein Fahrzeug verlässt, muss mit einem Bußgeld von mindestens 50 Euro rechnen.


In Spanien und Portugal ist es richtig teuer

Wer in Spanien fährt, muss unbedingt eine Warnweste tragen. Das gilt für Autofahrer, Lkw-Fahrer und Busfahrer. Bei einem Verstoß droht ein Bußgeld von 100 Euro. Für Zweiradfahrer gilt die Regelung jedoch nicht. Am teuersten wird es in Portugal. Dort gilt eine Warnwestenpflicht für sämtliche Fahrzeuge. Stellt die Polizei bei einer Routinekontrolle fest, dass keine geeignete Weste mitgeführt wird, kann mit einem Bußgeld von bis zu 300 Euro gerechnet werden. Noch teurer wird es, wenn jemand aufgrund eines Unfalls oder einer Fahrzeugpanne ohne eine Warnweste das Auto verlässt. Dann kann es unter Umständen bis zu 600 Euro kosten.


Haben Warnwesten überhaupt einen Sinn?

Diese Frage lässt sich ganz eindeutig mit Ja beantworten. Personen, die sich in der Nähe eines stehengebliebenen Fahrzeugs auf der Fahrbahn aufhalten, sind für andere Verkehrsteilnehmer nur schwer erkennbar. Der Blick geht automatisch auf das Auto, das am Straßenrand steht. Menschen, die am Auto arbeiten oder andere Dinge verrichten, sind auch bei guten Sichtverhältnissen nicht immer leicht zu erkennen. Deshalb ist es schon wichtig, dass die leuchtenden Warnwesten getragen werden. Dann erkennen andere Autofahrer schon aus weiter Ferne, dass sich dort auch Personen auf der Fahrbahn befinden. Eine Warnweste sollte auf jeden Fall schon dann übergezogen werden, wenn das Warndreieck aufgestellt wird. Das ist ohnehin immer die gefährlichste Situation.


Wo sollte die Warnweste aufbewahrt werden?

Die meisten Autofahrer verstauen die Warnweste im Kofferraum. Dort befindet sich meistens auch der Verbandskasten und das Warndreieck. Es ist jedoch empfehlenswert, die Weste im Handschuhfach oder im Türfach aufzubewahren. Dann ist sie schon zur Hand, bevor der Fahrer das Auto verlässt. Befindet sie sich im Kofferraum, muss der Autofahrer zunächst ohne die auffällige Weste das Fahrzeug verlassen und im Kofferraum danach suchen. In der Zeit ist er noch völlig ungeschützt und setzt sich einer großen Gefahr aus.


Es ist vom Gesetzgeber nur eine einzige Warnweste für jeden Pkw vorgeschrieben. Trotzdem ist es angebracht, für jeden, der im Fahrzeug sitzt, eine entsprechende Weste parat zu haben. Der Grund dafür ist, dass es Situationen gibt, in denen alle Fahrgäste das Auto verlassen müssen. Das ist beispielsweise dann erforderlich, wenn das Auto abgeschleppt werden muss. Da die Westen relativ günstig sind, schadet es ja auch nicht, ein paar mehr zu kaufen. Besonders interessant ist es auch, Warnwesten bedrucken zu lassen und sie als Werbeartikel zu verschenken.


Fazit

· Warnwesten sind in fast allen europäischen Ländern vorgeschrieben

· Werden sie nicht mitgeführt, drohen Bußgelder.

· In einigen Staaten fallen mehrere Hundert Euro Strafe an.

· Schon zur eigenen Sicherheit sollte kein Fahrzeuginsasse das Auto ohne Warnweste verlassen.