Automesse Birngruber in Tulln - Eine leidenschaftliche Begegnung

Was macht man an einem Samstag, wenn der Frühling leider immer noch auf sich warten lässt und die Stimmung dadurch leicht getrübt ist? Man fährt zur Automesse in Tulln (Frühjahrsmesse) und besucht sein Lieblingsautohaus, nämlich den Birngruber. Nachdem man alle freundlichen Gesichter begrüßt hat, die man mittlerweile gut kennt, und ein wenig Smalltalk, geht es an das Eingemachte, nämlich die Autos.

Da wir in unserem Familien-Fuhrpark mehr als nur eine Marke aus dem Konzern vertreten haben (1x Audi, 2x Seat, 2x VW) und mittlerweile die Marke Seat auch sehr zu schätzen wissen, haben wir dort auch begonnen. Es soll 2018 ja einen Nachfolger für unseren Polo geben. Aktuell ist dafür der Seat Arona unser Favorit. Also schnell die Unterlagen ausgefüllt und den Schlüssel übernommen. Ja es ist ein City-SUV, sofern es so etwas wirklich gibt. Mit seinen 95PS Benziner ist er jetzt keine Rakete aber trotz seinen 3 Zylindern, 1,0L Hubraum und Turbo geht er wesentlich besser vorwärts als unser aktueller Polo mit rund 60PS. Das Motorgeräusch ist jedoch schon etwas gewöhnungsbedürftig. Ob dieser doch etwas raue Klang gewollt ist, oder einfach passiert, das müssen wir unbeantwortet lassen. Für den Polo allerdings ein würdiger Nachfolger, wenn gleich wir hier noch eine Diskussion zwischen Mann und Frau führen müssen bezüglich der Ausstattung vs. den Anschaffungskosten. Unsere neueste Überlegung ist jedenfalls noch bis in den Herbst zu warten, wenn der Arona als Gas-Benzin Hybrid auf den Markt kommt. Womöglich könnte ein gewisser Umweltbonus schlussendlich doch noch zu etwas mehr Ausstattung verhelfen und einmal Volltanken um 15 EUR und einer Reichweite von 300-350km wäre bei viel Kurzstrecke durchaus eine Überlegung wert, aber das ist eine andere Geschichte.

Bevor wir mit dem Arona unsere Runden gedreht haben, war ein Besuch bei unserer Lieblingsmarke natürlich Pflicht und da gab es dieses Mal die Möglichkeit für richtig viele tolle Probefahrten. Vom Golf GTI angefangen, über den Golf R bis hin zum Audi Q5, Audi S4 und sogar einem Audi RS4. In Österreich ja leider eher selten ein solches Fahrzeug in die Finger zu bekommen. Also haben wir uns natürlich sofort für den S4 und den RS4 eingetragen.

Kaum zurück von der netten Rundfahrt mit dem Seat Arona, schon war die Zeit reif für den Audi S4. Die Vorfreude war mittlerweile sehr groß, obwohl wir ja vor gar nicht allzu langer Zeit den Audi S5 auch getestet haben. Es war ein Avant und das entspricht halt auch unserer persönlichen Vorliebe, daher war das Gefühl beim Einsteigen schon mal sehr angenehm. Außen war er Grau und innen mit rotem Leder. Auf den ersten Blick von außen ein kleiner Flash, aber schlussendlich doch eine richtig geile Kombination. Man entschuldige an dieser Stelle den ersten kleinen emotionalen Ausbruch. Das Lenkrad war aus Leder und Alcantra und auch der Schaltknauf war mit Alcantara überzogen…. Ohhh wie war das schön. Ein herrliches Gefühl in den Fingern. Leider hatten wir nicht viel Zeit, daher gibt es dieses Mal auch keine ausführliche Fotoserie dazu. Egal, wir wollten einfach das Fahrgefühl testen. Die Probefahrt war auch nicht ganz frei, denn es handelte sich um eine geführte Probefahrt. An der Spitze in einem A6 Avant ein ehemaliger Rallye Staatsmeister. Zuerst etwas skeptisch, ob man nun überhaupt das Auto ein klein wenig testen wird können. Kurz vorm Einstig noch ein kurzes Hallo, mit der Bemerkung er möge doch bitte nicht zu langsam machen. Die Erwartung war jetzt nicht, dass er die StVo zur Gänze ignorieren würde, aber wir wollen mal so sagen, wir waren am Ende nicht enttäuscht. Einzig zu Beginn wollte niemand direkt hinter dem Führungsauto fahren, wir natürlich auch nicht, aber da sich keiner bewegte habe wir uns erbarmt und haben aufgeschlossen. Direkt hinter uns der RS4 und abschließend der Golf R. Nicht ganz nach unserem Geschmack, aber es gibt ja Mittel und Wege um dies zu ändern. Als das Führungsfahrzeug durch einen Kreisverkehr fuhr, sind wir einfach zu einer Extra Runde abgebogen und haben uns dadurch ans Ende der Gruppe gesetzt. Nun war die Ausgangslage schon wesentlich besser. Da sich durch diese Ehrenrunde auch noch ein Fremdfahrzeug dazwischengesetzt hatte, mussten wir leider ausprobieren wie es denn so ist, wenn man einen Hutfahrer auf freier Wildbahn überholen muss. Wir hatten kurz Angst, dass er entweder den Hut verlieren, oder sein Herzschrittmacher einen Ausfallschritt hinlegen würde. Da er brav weiter geradeaus gerollt ist, ging das zum Glück nochmals gut (für ihn).

Nun konnte der Spaß so richtig beginnen und vor der Flinte hatten wir den Golf R. Natürlich hat dieser einen massiven Gewichtsvorteil, aber. dass er so gut gehen würde, hätten wir nicht gedacht. Hier muss man durchaus den Hut ziehen. Obwohl er dem S4 nicht davonfahren kann, wenn man erst Mal die Automatik und die Schaltzeitpunkte richtig im Griff hat. Hier wäre ein richtiges Rennen auf einer Rennstrecke mal eine Überlegung wert. Auf jeden Fall macht der Golf richtig Krawall, aber ich denke dafür sind wir mittlerweile zu erwachsen. Denn auch der Audi S4 ist jetzt nicht unbedingt leise und das Zwischengas und Ploppen beim Runterschalten ist schon fast so etwas wie eine se….. Belästigung am Arbeitsplatz, wenn man hinter dem Steuer hart am arbeiten ist.

Die Strecke war auf jeden Fall vom Autohaus sehr gut gewählt, denn man hatte wirklich alles außer Autobahn dabei, aber wer will schon mit einem Audi S4 mit Tempomat auf der Autobahn geradeaus dahin rollen? Das wäre doch viel zu langweilig. Obwohl wir sonst ja nicht unbedingt Fans von Kreisverkehren sind, so machen diese mit einem Audi S4 richtig Spaß. Nicht unbedingt, wenn man im Kreisl drin ist, aber die Ausfahrten mit ihren Knicken und Kurven sind perfekt dazu geeignet den Lastwechsel zu testen. Wenn dann anschließend auch noch eine lang gezogene Kurvenkombination kommt, die Straße trocken ist und man mehrere Kilometer weit aussieht, dann macht es auch nichts, wenn man mal eine Kurve schneidet oder gar alle beide Fahrstreifen braucht um das Auto zu genießen. An dieser Stelle ist es leider nicht mehr möglich die dabei entstandenen Emotionen in Verbindung mit dem explodierenden Adrenalinspiegel so in Worte zu fassen, dass es auch nur annähernd einer seriösen Berichterstattung entsprechen würde. (Anmerkung: auch beim Schreiben dieser Zeilen musste eine kurze Pause eingelegt werden, die Erinnerungen waren noch zu stark)

Auf jeden Fall war auch die anschließende Gerade nach dieser absolut perfekten Kurvenkombination ein wahrer Genuss. Selbstverständlich alles im Rahmen des Machbaren, ähm also im Rahmen der StVo natürlich.

Ach wie war das schön und nun waren wir auch mit dem Auto schon vertraut und konnten auch die Schaltzeitpunkte und die Drehzahl richtig einsetzen und von da weg, hatte der Golf R keine Chance mehr uns zu ärgern.

Leider war die Runde viel zu kurz, die Restreichweite lag noch bei 250km und diese hätten wir nur zu gerne ausgenutzt. Wir wissen nicht wie viel Volumen der Tank hat, aber es waren bereits über 450km gefahren. Der Verbrauch war überraschend angemessen, also im Langzeitmittel 14,7L. Wenn die Leistung permanent von allen Fahrern im unteren Geschwindigkeitsbereich ausgenutzt wird, hat uns das ehrlich gesagt positiv überrascht. OK, wir hatten 17,8L aktuell anstehen, aber selbst das ist für 354PS richtig auf Abruf durchaus mal in Ordnung. Auch an dieser Stelle hatten wir das Fahrzeug leider nicht lange genug um herauszufinden wie viel er im realen Leben verbraucht. Aber gefühlt müsste es sich im Rahmen von 9,8-11,2L abspielen und das ist in Ordnung, denn Kraft kommt schließlich immer noch von Kraftstoff.

Es schmerzte schon das Herz, als wir dieses Fahrzeug auch schon wieder abgeben mussten. Die Nächsten warteten bereits mit langer Zunge darauf auch ihre Chance zu bekommen. Anschließend war relaxen angesagt um den Adrenalinspiegel wieder in den Griff zu kriegen, also erstmal ein lecker Grillhenderl genießen und tief durchatmen, denn der Tag sollte ja noch lange nicht vorbei sein. Als nächstes Stand der neue Seat Leon Cupra auf dem Plan. Auch dieses Fahrzeug legt mal eben 300PS an alle 4 Räder. Ein wahres Spaßgerät, wenn gleich wir die Reihenfolge im Test definitiv hätten umdrehen sollen. Es ist jetzt absolut unfair den Leon Cupra zu bewerten, wenn man kurz davor in einem Audi S4 gesessen hat. Aber wir bleiben fair und objektiv und können daher sagen, dass so ein Leon Cupra durchaus auch einen sehr hohen Reiz hat, seine 300PS richtig viel Spaß machen und man sich sehr wohl fühlt. OK, wir sind hier ja bei audi4ever, also dürfen wir den Cupra auch etwas kritischer betrachten, jedoch natürlich unter dem Gesichtspunkt, dass dieser nur ein Drittel vom S4 kostet, was man auch betonen muss. Einsteigen und wohlfühlen ist möglich, aber bitte vorher nicht in einem S4 sitzen. Hauptproblem an dieser Stelle war die eigene Körpergröße. Mit über 1,90m und Panoramadach bleibt nicht mehr viel an Kopffreiheit und sagen wir mal so, man spürt die Schlaglöcher am Kopf und nicht in der Bandscheibe. Da ein Leon eigentlich in die Kategorie A3 und Golf gehört, wäre es unfair ihn jetzt vom restlichen Raumgefühl abwertend zu beurteilen. Nein ganz im Gegenteil, für seine Klasse bietet er ein sehr angenehmes Gefühl. Die 300PS sind schon mächtig, natürlich 2 Zylinder und 1 Turbo weniger ist einfach ein anderes Fahrgefühl. Das Fahrwerk ist sehr sportlich ausgelegt und auch die Geräuschkulisse ist lauter, aber dies ist wahrscheinlich sogar gewollt. Vor allem wenn man im Vergleich den Golf R heranzieht, welcher wirklich auf ein jugendliches Publikum abzielt, was selbstverständlich auch seine Berechtigung hat. Der Mythos GTI möge niemals sterben, schließlich hat dadurch der Autor auch erst so richtig sein Blut im Benzin entdeckt, vor vielen, vielen Jahren….

Fazit ist, dass 300 PS in einem Seat Leon wahrlich eine Ansage sind und das Fahrzeug richtig viel Spaß macht und sich auch sehr gut fährt. Gefühlt spricht die Automatik sogar schneller an als im S4. Allerdings kann man mit dem S4 auch im Ortsgebiet im S Modus fahren, was beim Cupra jedoch etwas Nerven aufreibend ist. Der Verbraucht lag hier bei sehr moderaten 11,7L, was völlig in Ordnung ist.

Der Cupra hat jedenfalls nicht dazu beigetragen unseren Adrenalinspiegel zu senken. Wir haben uns schon sehr auf den RS4 gefreut, doch leider hat das Wetter umgeschlagen und es begann zu schneien. Nach nur wenigen Minuten wurde die Straße bereits feucht und rutschig. Dies ist natürlich keine gute Voraussetzung, wenn man 450PS im RS4 mit 354PS im S4 vergleichen will. Die Stimmung wurde schlagartig etwas getrübt.

Nun war guter Rat teuer, denn die Frage war, ob ein RS4 wirklich viel Spaß macht bei diesen Bedingungen? Wenn man das Auto noch nicht kennt, kann man auch nicht annähernd an vermeintliche Grenzen gehen, schon gar nicht im öffentlichen Straßenverkehr. Schlussendlich hat die Vernunft gesiegt und wir haben unseren Slot für den RS4 abgesagt, denn einfach nur in der Gegend rum zu rollen ist dann nicht die wahre Befriedigung unserer Leidenschaft für Audi. Sofern alles gut geht, bekommen wir Anfang Juni unsere Chance einen RS4 ausführlich zu testen und dann auch wieder mit entsprechender Fotostrecke und einem eigenen Testbericht.

Abschließend ein ganz großes Dankeschön an das Autohaus Birngruber in Tulln für diese tollen Möglichkeiten und Erlebnisse, aber auch für das einzigartige Service und das Vertrauen (tanken) im Speziellen an die Personen Daniel S. und Jürgen S. Wir bleiben euch treu und hoffen auf noch viele schöne Möglichkeiten um uns gegenseitig zu bereichern und noch viele Autos zu verkaufen/kaufen.

Kommentare 2

  • Is schon super, wenn man einen guten Händler der auch einmal ein paar Autos für eine Runde zur Verfügung hat! Den RS4 hätte ich, glaub ich zumindest, nicht ausschlagen können... Aber wenn ihr das nachholen könnt, umso besser!

  • Ich habe am Freitag darauf vergessen und am Samstag war ich leider terminlich blockiert. Hätte gerne den S4 und RS4 probegefahren. Na vielleicht mache ich mir was aus wenn ich den R8 zur Überprüfung/Service hinstelle.