Audi S5 B9 Coupe im Test
von a4e
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02.10.2017 von a4e
Audi S5 B9 Coupe im Test

Heute hatten wir das Vergnügen ein neues Audi S5 B9 Coupe auszuprobieren und die gewonnenen Eindrücke wollen wir euch natürlich nicht vorenthalten. Ergeben hat sich das rein zufällig während eines unserer Autos für einen Ölwechsel einen Boxenstopp eingelegt hatte. Beginnen wir mit der Optik, diese ist für einen S relativ unscheinbar. Einzig von hinten durch die 4 Auspuffrohre ist er schnell zu erkennen, aber vor allem in Schwarz ist er sehr schlicht und unauffällig. Da man über Geschmack aber nicht streiten kann, wollen wir auf die Farbwahl nicht weiter eingehen. Mit diesem Motor, dem Klang und der Ausstattung ist die Farbe eigentlich auch eher nebensächlich.

Grundsätzlich kann man sagen, einsteigen, an starten und wohlfühlen. In diesem Fahrzeug war auch B&O verbaut, doch nach einem kurzem Soundcheck wurde der Ton auch bereits wieder abgedreht, denn der Klang der Auspuffanlage war besser als jedes Konzert. Auf Dynamik ein wahrer Ohrenschmaus. Vom Interieur her ist alles typisch Audi. Die Materialien sind wie gewohnt sehr hochwertig. Da kann man sagen was man will, aber man merkt im Konzern zwischen den einzelnen Marken immer noch einen Unterschied in der Haptik. Dazu genügt es den Schalter für die Fensterheber zu betätigen. Der neue A5 ist ein ziemlich mächtiges, sprich großes Fahrzeug und daher hält sich die Rundumsicht doch etwas in Grenzen. Zur Wahrung der äußeren Schönheit des Fahrzeuges ist die Rückfahrkamera bzw. die Rundumkamera auf jeden Fall empfehlenswert. Wenn gleich das Manövrieren mit der doch etwas verzerrten Optik im Display gewöhnungsbedürftig ist. Den Motor erst mal gestartet, hebt sich unverzüglich der Adrenalinspiegel. Schon auf den ersten Metern fühlt man sich einfach wohl. Die Sitze sind sehr angenehm, könnten aber durchaus eine straffere Form haben. Für zarte Persönlichkeiten fehlt auf hart gefahrenen Landstraßen dann doch etwas der Seitenhalt bei Vollledersitzen.

In der Stadt sollte man die Automatik auf D stehen lassen, denn S ist doch etwas zu sportlich für scharfe Ecken, Kurven und Kreisverkehre. Sobald das Ortsschild hinter einem liegt macht das Auto in Stellung S aber erst so richtig Spaß. Die Gasannahme ist sehr direkt, die Schaltvorgänge nur dezent wahrnehmbar und der Vortrieb wahrlich unbegrenzt. Ganz egal in welchem Geschwindigkeitsbereich, die Beschleunigung ist stets ein Genuss. Auch in Stellung D geht die Fuhre trotz 1610kg Eigengewicht sehr angenehm vorwärts. Auch auf kurvigen Landstraßen ist ein manuelles Eingreifen mittels Schaltwippen nicht notwendig. Die Elektronik passt sich schnell auf das aktuelle Fahrverhalten an, die Drehzahl wird in jedem Gang lange genug gehalten um die Leistung stets voll abrufen zu können. Die kurzen Gasstöße beim Anbremsen und Runterschalten sind eine Symphonie für die Ohren und heben die Stimmung jedes Mal wieder. Eigentlich ist man stets auf der Suche nach dem nächsten Tunnel, auch wenn das etwas kindisch anmuten mag, aber so schnell hört man sich davon einfach nicht satt.

 

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Vor lauter Freude am Vortrieb und der Klangkulisse ist jedes Überholmanöver eine wahre Freude und man hofft bald wieder auf das nächste. Hier ist jedoch Vorsicht geboten, denn man bewegt sich sehr schnell in nicht mehr ganz legalen Geschwindigkeitsbereichen. Die tatsächliche Geschwindigkeit nimmt man überhaupt nicht wahr. Doch Dank des Head-up Displays hat man die Geschwindigkeit immer gut im Blick. Auch die aktuell erlaubte Geschwindigkeit wird aufgrund der Verkehrszeichenerkennung stets angezeigt. Leider ist diese etwas träge, das heißt die Verkehrszeichen werden erst sehr spät erkannt, da darf man sich nicht vollends darauf verlassen. Bei einer Ortseinfahrt wo zuvor auf 70 reduziert war, kam es sogar zu einer etwas seltsamen Situation. Es stand kurz vor der Ortstafel ein Schild für Ende aller Verbote um die 70iger Beschränkung wieder aufzuheben und unmittelbar danach das Ortsschild. Die 70 wurden angezeigt, dann jedoch hat die Anzeige auf 100 umgeschaltet, obwohl wir zu dieser Zeit bereits innerhalb des Ortsgebietes waren und erst mit etwas Verzögerung wurden die aktuellen 50km/h angezeigt. Also hier sollte noch ein wenig nachgebessert werden.

Ganz besonders möchten wir auch noch die Lenkung hervorheben. Diese ist direkt, also wirklich sehr direkt, fast schon etwas zu viel des Guten. Also man muss erst lernen damit umzugehen, denn mit aktiviertem Lane-Assist entwickelt das Fahrzeug ein gewisses Eigenleben. Beinahe ist man verleitet zu sagen, das Auto versucht für den Fahrer zu denken. An dieser Stelle merkt man, dass wir sehr stark auf das autonome Fahren zusteuern. Das darf man jetzt nicht falsch verstehen, die Dynamiklenkung ist durchaus einen Aufpreis wert, denn selbst beim Rausbeschleunigen aus engen Kurven hat man das Fahrzeug mit Leichtigkeit im Griff sofern man die Gesetze der Physik nicht missachtet. Man muss sich am Lenkrad nicht festkrallen um die Fuhre um die Ecke zu bekommen. Auch wenn das Fahrzeug generell aufgrund der Größe und des Gewichtes nicht für enge, kurvige Straßen gebaut ist, so lässt es sich doch sehr angenehm durch die Kurven pflügen. Hier ist jedoch auch das Sportdifferential ein starkes Plus. Leider ist die Grundabstimmung des Fahrzeuges vor allem in Bezug auf das ESP doch eher konservativ ausgelegt, das heißt, die Elektronik greift recht früh ein. Auch wenn sie nicht gleich restriktive den Vortrieb unterbindet so wird doch jegliche Bewegung des Hecks vehement unterbunden. Hier geht man definitiv in Richtung Safety first, aber gut ein S5 ist auch nicht für die Rennstrecke ausgelegt. Spätestens bei den Bremsen ist das deutlich spürbar. An und für sich ist die Bremse gut dimensioniert, aber mit über 1600kg könnte die Bremskraft beim Anbremsen auf enge Kurven noch etwas stärker sein. Hier ist das Trägheitsmoment doch deutlich zu spüren. Eine alternative Bremsanlage ist derzeit für den S5 nicht erhältlich. Hier muss man wohl erst noch auf die Anlage des RS5 warten.

Fazit: Der neue S5 hat an Faszination im Vergleich zum Vorgänger noch einmal zugelegt. Die neue Generation an Technik ist deutlich spürbar und hat viele Vorteile, aber auch so manche Tücken, an welche man sich erst gewöhnen muss. Zu viel verlassen darf man sich auf die Technik jedenfalls nicht, wie wir am Beispiel der Verkehrszeichenerkennung aufgezeigt haben. Der neue V6 Turbo ist sehr gut gelungen und die Geräuschkulisse hervorragend ausgelegt. Weit besser als noch beim Vorgänger ,wo man eigentlich noch nachhelfen musste um einen guten Sound raus zu bekommen. Nicht nur innen, sondern auch von außen ist er deutlich hörbar. Auf S in der Stadt kann man schnell die Blicke auf sich ziehen, wenn man das möchte. Alles in allem ein tolles Fahrzeug, wenn da nur der Preis nicht wäre. Über 102000.- EUR kostete unser Testfahrzeug in Österreich.

  

   

 

Grundpreis Testfahrzeug: 75737,23 EUR

Mehrausstattung:

Assistenzpaket Stadt/Parken 3225,92 EUR
Assistenzpaket Tour 2054,96 EUR
Matrix LED-Scheinwerfer 979,20 EUR
Bang & Olufsen mit 3D Klang 1573,52 EUR
Dynamiklenkung 1379,04 EUR
Head-up Display 1351,84 EUR
Komofortklimaautomaik 3-Zonen 943,84 EUR
MMI Plus mit Touch 3544,16 EUR
quattro mit Sportdifferential 1861,84 EUR
Räder 8,5Jx19 2000,56 EUR
S-Sportfahrwerk mit Dämpferregelung 1351,84 EUR
SUMME Mehrausstattung und Farbe 22941,84 EUR

Knapp 23000 EUR an Mehrausstattung ist bei diesem Grundpreis und einem S Modell schon sehr viel. Vor allem für eine 3 Zonen Klima heutzutage noch einen Aufpreis zu verlangen ist unserer Meinung nach übertrieben. Hatten S Modelle früher nicht generell schon eine wesentlich höhere Serienausstattung?

   

    

   

Dieser Test durch freundliche Unterstützung des Autohauses Birngruber in Tulln ermöglicht.

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Kommentare: (1)

Howdy
03.10.2017 22:47

Top Bericht, bin gespannt was ich im Dezember zum testen bekomme :)
 
 
 
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